Klavierer von Soul Survivors, Sänger des Vinyleers-Kundenservices und Multiinstrumentalist auf der Verpackungsinsel – ein beeindruckender Lebenslauf; für uns einfach Branco; der einzige echte Leidenaar im Unternehmen.

Obwohl er international die Ehre von Leiden hinter den Tasten hochhält, ist seine Heimatbasis einfach unser gemütliches Schallplattenlager. Grund genug, unseren Branco einmal ordentlich auf den Zahn zu fühlen – über seinen Plattengeschrank und alles, was dazugehört!


Branco’s prelude

Zuhause, früher, standen die Platten eher versteckt in einer alten Kiste auf dem Dachboden als prominent in einem echten Plattengeschrank wie heute. Obwohl er mit seiner eigenen Soul-Band Soul Survivors bereits Musik auf Vinyl veröffentlichte, kam die echte Bekanntschaft mit dem schwarzen Gold erst nach seiner Ankunft bei Vinyleers (vor etwa zweieinhalb Jahren).
Dafür dürfen wir Brancos Freundin danken, die die Stellenanzeige fand (shout out!). Wo er zuvor von Unterrichten und Auftritten lebte, verkaufte er seine Seele an die Schallplatte.

Von zu Hause aus genieß er eine gute musikalische Erziehung, unter anderem mit Prince und Michael Jackson. Nicht ganz unerwartet begann seine frische Sammlung daher stark mit der Quincy-Jones-Trilogie von Michael Jackson: Off The Wall, Thriller und Bad.


Branco’s suite

Während seines Studiums schöpfte er unter anderem Inspiration aus Yussef Kamaal’s Black Focus. Auf dem Display während unseres Interviews sehe ich sowohl Mort Garson’s Plantasia als auch Bruno Mars. Kurz gesagt: ein breites Spektrum an Einflüssen in und um den Plattengeschrank. Wie sortiert ein solcher Virtuose eigentlich seine Sammlung, fragten wir uns? Nun – gar nicht, Bruno steht einfach gemütlich neben Plantasia.

Eine einzelne Platte kaufte er neben dem musikalischen Aspekt vor allem wegen des Covers – das klassische schreiende Gesicht auf dem Cover von King Crimson’s In The Court Of The Crimson King.

Neben einer gewissen Art von Soulfulness liegt der rote Faden vor allem in der Idee von Musik als Bibliothek voller Erinnerungen. Auf seinem Display mit Essentials finden wir unter anderem noch eine Platte des Künstlers Dijon – auf der der inzwischen durchgebrochene Mk.Gee an der Gitarre zu hören ist. Der Favorit in diesem Stapel ist für ihn aber doch das Album Geography von Tom Misch, zum ersten Mal in Marbella gehört – und die spanische Sonne scheint dadurch bei jedem Hören immer wieder durch.

Schön, so ein Geschrank voller Erinnerungen – dennoch drückt er dem Beginner-Sammler einen Rat aufs Herz: Sammle nicht um des Sammelns willen (fällt ihm selbst manchmal auch schwer), sondern kaufe Platten, die du wirklich auch hören wirst.

Was ihn betrifft, unterscheidet sich Vinyl genau hier auch vom Streaming. Neben der besseren Klangqualität hörst du die Alben auf diese Weise so, wie sie gedacht sind: unkomprimiert, von A bis Z. Weise Worte.


Branco’s Finale

Zum Schluss mussten natürlich noch ein paar essentielle Fragen gestellt werden.

Stellen wir uns vor, es bricht erneut ein Krieg mit den Spaniern aus, und wir müssen mit ganz Leiden zurück in die Burcht, die Geusen natürlich auf Speeddial – welche Platte würdest du auf Maximum-Lautstärke von der Burcht aus abspielen, um sie wieder umkehren zu lassen Richtung viel sonnigeres und wie immer gemütliches Spanien?

Das schien ihm klar: „Rubberen Robbie“

Welche Platte würdest du am liebsten als Frisbee verwenden?

Mit etwas Emotion auf der Zunge: „Meat Loaf – Bat Out Of Hell“

Stell dir vor, es kommt ein Astronaut an die Tür, nimmt seinen oder ihren Helm ab und sagt: „Hör mal, Branco, ich war gerade auf einem neuen Planeten, und nachdem ich der Bevölkerung dort von Musik erzählt hatte, haben sie mich zu deiner Haustür teleportiert, um die beste Platte mit zurückzunehmen – als Vorgeschmack auf das Konzept Musik. Gib mir was!!“. Stell dir vor, das passiert – und du darfst keine Frank-Zappa-LP-Box mitgeben: Was würdest du dem Astronauten dann überreichen?

Kurz und bündig: „Plantasia“

Was uns zum Ende des Interviews führt – wir beschließen, letztgenannte Platte aus der Hülle zu ziehen und legen sie auf.

×