Von Kassetten und K3 zu 350 Schallplatten — wie die Bollenstreek einen ihrer eklektischsten Sammler hervorbrachte.

M.B. Rolvers, Lege Batterij, BASSDOG — die Liste ist lang; für uns ist er einfach Martijn: Kommissionierer und Verpacker bei Vinyleers. Wie du vielleicht schon vermutest, stehen diese Namen nur für eine Auswahl seiner musikalischen Projekte. Jemand, der sowohl am Arbeitsplatz als auch darüber hinaus von Musik geprägt ist, verdient eine kleine Hintergrundüberprüfung.
Wie bewegte sich unser zweiundzwanzigjähriger Martijn Benjamin Rolvers von der Bollenstreek zu Burial, wo beginnt eine solche Reise?

Am Anfang

Der audiophile Aspekt dieser Geschichte könnte genetisch bedingt sein. Zu Hause experimentierte sein Vater viel mit Klang und baute sogar Lautsprecher. Mit etwas Glück wurden diese bei hoher Lautstärke mit You Can Call Me Al von Paul Simon getestet.

Man könnte denken, dass nach den 90ern nur wenige Kinder mit physischen Tonträgern aufgewachsen sind, aber der kleine Martijn hörte einfach Kassetten von Bassie & Adriaan (was durch die Serie verständlich ist, da sie heimlich voller Stücke von u.a. Mike Oldfield und Vangelis steckte).

Es gab auch Hitzone-CDs und eine kurze Faszination für K3, wonach der Weg für elektronische Musik frei wurde: Avicii, Martin Garrix und andere EDM aus dieser Zeit dröhnten durch seinen Kopfhörer.

Die Entdeckung

Als das Coronavirus plötzlich auftauchte, ergriff viele die Hobby-Leidenschaft. Inzwischen von der Bollenstreek in die Haarlemmermeer umgezogen, hielt ihn nichts mehr davon ab, die musikalische Lebensreise weiter auszubauen: In einem Geschäft, das kurz davor stand, alle seine Platten loszuwerden, entdeckte er Vinyl! Die erste Platte, die er kaufte, war Audio, Video, Disco von Justice.

Mittlerweile umfasst seine Sammlung etwa 350 Platten. French Touch, Ambient, House, Vaporwave, Pop, Deadmau5, Mr. Oizo, Burial oder Aphex Twin: eine eklektische Sammlung, deren gemeinsamer Nenner das elektronische Element ist. Diese Vielfalt hört man auch in seiner eigenen Musik. Für eine überwältigende Dosis Memetechno kann man bei seinem Kollektiv Lege Batterij (ein Kooperationsprojekt mit seiner besten Freundin Isa) fündig werden. Für eine Reise irgendwo zwischen träumerischem IDM und Ambient lohnt sich ein Blick auf das Album Mariposa von M.B. Rolvers. Und wenn man Lust auf etwas Bass und raveartige Hyperpop-Vibes hat, sollte man BASSDOG anhören. Mit dem letzteren Projekt ist sogar Musik von Martijn auf Platte, CD und Kassette erschienen.

Was steht in seinem Plattenregal?

Zurück zum eigentlichen Kern dieses Abschnitts: die Platte. Ich dachte, es wäre lustig, ihn zu bitten, einen Stapel seiner Favoriten mitzubringen. Eine wunderschöne Reihe von Martijn-Essentials erschien auf dem Regal:

Hybrid Theory von Linkin Park zum Beispiel öffnete ihm eine neue Welt durch die Kombination aus Rock und Elektronik.
Das klanglich extrem innovative Hyperpop-Debüt von SOPHIE war und ist eine große Inspiration für seine eigene Musik, in der man bei genauem Hinhören manchmal ein Augenzwinkern in Richtung des Werks der leider verstorbenen Künstlerin erkennen kann.
Über die niederländische Vaporwave-LP (die elektronische Aufzugsmusik der Internetkultur) von 猫 シ Corp (gelesen: Cat System Corp), genannt OASYS 博物館, kommen wir zu Hyperdrama von Justice aus dem Jahr 2024, dem ersten Justice-Album, dessen Veröffentlichung er bewusst miterlebt hat.

Der wunderschöne, träumerische Ambient-Klassiker Selected Ambient Works II von Aphex Twin darf hier natürlich nicht fehlen, was uns zum letzten der Reihe bringt.
Ich stellte Martijn folgende Frage:

Stell dir vor, ein UFO fliegt über dein Haus und landet, ein Außerirdischer steigt aus und bittet dich, eine Platte mitzunehmen, um sie auf seinem Planeten als Ausstellung für seine Mitaußerirdischen zu präsentieren, um das wunderschöne Phänomen Musik zu zeigen?

Seine Antwort war fast logisch: Es musste Discovery von Daft Punk sein, den Klassiker, von dem er die japanische Version mit alternativem Cover besitzt.

Ein schöner Abschluss. Danach beschlossen wir, einfach eine Platte aufzulegen. Die Nadel setzt auf Justice auf, und wir fragten uns, ob man es auf Englisch oder Französisch ausspricht. Nun, Zeit für Musik.

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