Singles, warum füllt das große Loch genau die Leere?

Zuerst: Was ist eine Single? Neben der 12-Zoll-Variante gibt es noch einige weitere. So gibt es auch 10-Zoll-, 7-Zoll- und sogar 4-Zoll-Schallplatten. Für diesen Anlass lassen wir die 10- und 4-Zoll-Platten beiseite, denn heute geht es um die 7-Zoll, im Volksmund auch Singles, Seven oder Forty-Five genannt.

Ein kleineres Stück Vinyl mit etwa 18 cm Durchmesser, meist mit einem großen Loch in der Mitte. Ein wunderschönes, übersichtliches und kompaktes Format. Beliebt bei DJs, Jukebox-Fans – ach, es gibt sogar Leute, die daraus fast eine Religion machen. Aber warum eigentlich?

Der Ursprung

Dafür müssen wir bis ins Jahr 1949 zurückgehen, das Jahr, in dem RCA Victor die 7-Zoll-/45-U/min-Single auf den Markt brachte. Ende der 40er Jahre gab es einen Wettbewerb zwischen RCA und Columbia bei der Suche nach einer Antwort auf die damals marktbeherrschende Bakelitplatte (10 Zoll, 78 U/min). Abgesehen von der minderwertigen Qualität war es auch so, dass, wenn man eine solche Bakelitplatte fallen ließ, etwa 100 Stücke durch den Raum flogen.

Columbia brachte die 12-Zoll-Platte mit 33⅓ U/min heraus, RCA die 7-Zoll-Platte, die statt des üblichen kleinen Lochs plötzlich ein eher donutförmiges Loch hatte. Ursprünglich ein Marketingtrick: Auf diese Weise passten die Singles nur auf den damals neuen Plattenwechsler (hier konnte ein Stapel hineingelegt werden) derselben Marke.

Später blieb das Loch, da es sich auch für die aufkommenden Jukeboxen als effektive Konstruktion erwies.

Das große Loch

Dieses große Loch hat schon etwas. Zuerst muss man eine spezielle Puck, Dinkey, Spin, Centre oder, häufiger gesagt, einen Single-Adapter ablegen, um dann dieses kleine Stück Vinyl mit hoher Geschwindigkeit wunderschön im Kreis drehen zu sehen.

Da sich die Single schneller dreht, wird pro Sekunde mehr von der Nadel gelesen. Dies ermöglicht es, mehr musikalische Details in den Rillen unterzubringen. Zudem ist der dynamische Bereich breiter, wodurch es lauter und manchmal etwas tiefer klingt.

Die B-Seite

Bei Singles ist es außerdem so, dass die B-Seite oft ein Track ist, der nicht auf dem Album erschienen ist. Ein Outtake, eine Live-Version, ein Dub, ein Instrumental – manchmal war dieser Bonus sogar der Grund, die Platte zu kaufen.

Früher organisierten die Leute manchmal spezielle Abende, um abwechselnd ihre Lieblingssingles zu spielen, am liebsten in einem speziellen Köfferchen mitgebracht. Kurz gesagt: Neben der Qualität ist es einfach das gemütlichste Format!

Ein weiterer Vorteil ist, dass Vinyl-DJs sich auf diese Weise fortbewegen können, ohne einen Bandscheibenvorfall fürchten zu müssen.

Zeit zum Eintauchen

Sie verstehen es richtig, es ist Zeit, in den Koffer mit unserem wunderschönen Angebot an 7-Zoll-Platten einzutauchen.


×